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Interventionsstudie Digital-enriched Inclusive Teaching and Learning «DigITAL» – Entwicklung von Überzeugungen zum mit digitalen Medien gestützten inklusiven Sachunterricht und Effekte des digitalen Medieneinsatzes auf die Berücksichtigung inklusionsorientierter didaktischer Kriterien in schriftlichen Unterrichtsplanungen bei Grundschul-Lehramtsstudierenden

  • Digitalen Medien und der Medienbildung werden eine besondere Bedeutung für die Gestaltung von Inklusion im Unterricht zuerkannt (Bosse et al., 2019a; Schulz et al., 2021). Die Kultusministerkonferenz verweist darauf, dass durch digitale Lernumgebungen Möglichkeiten für Unterrichtskonzepte geschaffen werden, welche individualisiertes Lernen und damit inklusive Bildung ermöglichen (KMK, 2021). Dazu braucht es kompetente Lehrkräfte, welche bezüglich digitaler Medien und Inklusion über Professionswissen verfügen und handlungswirksame Überzeugungen zum inklusiven Lehren und Lernen mit digitalen Medien aufgebaut haben (Baumert & Kunter, 2006). In verschiedenen Studien zeigt sich, dass Facetten der Lehrkräfteüberzeugungen relevante Faktoren für die Umsetzung von Inklusion oder den Einsatz von digitalen Medien sind (Vogelsang, 2019; Knüsel Schäfer, 2020; Boer et al., 2011). Ob über den Aufbau von Kompetenzen zur Unterrichtsgestaltung mit digitalen Medien, in einem Seminar zu Inklusion im Sachunterricht, nebst den Überzeugungen zu digitalen Medien auch die inklusionsbezogenen Überzeugungen der Studierenden gefördert werden können, wurde bisher nicht untersucht. Dies ist daher Untersuchungsgegenstand dieser Dissertation. In der vorliegenden Arbeit wird zudem überprüft, ob sich die aufgebauten Überzeugungen in den Unterrichtsplanungen der Studierenden bezüglich der Häufigkeit des Einsatzes digitaler Medien und bezüglich Berücksichtigung inklusionsrelevanter didaktischer Kriterien äußern. Konkret werden folgende drei Fragestellungen verfolgt: 1) Beeinflusst die Auseinandersetzung mit digitalen Medien im Rahmen des Seminars Inklusion im Sachunterricht die Überzeugungen der Studierenden zu digitalen Medien und Inklusion? 2) Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Überzeugungen der Studierenden zu Inklusion und digitalen Medien und der Inklusionsorientierung und der Verwendung von digitalen Medien in den im Rahmen des Seminars erstellten Unterrichtsplanungen? 3) Beeinflusst der digitale Medieneinsatz in den Unterrichtsplanungen die Berücksichtigung inklusionsrelevanter didaktischer Kriterien? Diese Fragen werden über eine Interventionsstudie in einem Seminar zu Inklusion im Sachunterricht über drei Semester von 2022 bis 2023 mit insgesamt 155 Studierenden geklärt. In der Interventionsgruppe werden im Rahmen der theoretischen Auseinandersetzung didaktische Kriterien, die für den Einsatz digitaler Lehr- und Lernwerkzeuge im inklusiven Sachunterricht gelten können, reflektiert, bestehende digitale Tools erprobt und diese anhand dieser Kriterien analysiert (Schlüter et al., 2016). Zur Klärung der Forschungsfrage 1 werden die Studierenden zu ihren Überzeugungen zu Inklusion und digitalen Medien mit Online-Fragebögen dreimal befragt. Einmal vor der Veranstaltung, das zweite Mal nach der theoretischen Auseinandersetzung vor dem Entwickeln von inklusiver Unterrichtsplanung und das dritte Mal zum Schluss der Veranstaltung nach Abgabe der Unterrichtsplanung. Zusätzlich werden die Unterrichtsplanungen der Studierenden hinsichtlich der Verwendung von digitalen Medien und Umsetzung von inklusionsrelevanten didaktischen Kriterien untersucht, was die Fragen zwei und drei klären soll. Es zeigt sich, dass die Intervention zu digitalen Medien einen Einfluss auf die Überzeugungen der Studierenden zu digitalen Medien hat. Einen Einfluss der Intervention auf die Überzeugungen zu Inklusion lässt sich nicht feststellen. Es scheint aber einen Zusammenhang zwischen den über die Intervention geförderten Überzeugungen zu digitalen Medien und der Häufigkeit des Einsatzes digitaler Medien in Unterrichtsplanungen zu geben. Auch korrelieren Überzeugungsaspekte zu digitalen Medien mit der Umsetzung inklusionsrelevanter didaktischer Kriterien. Schließlich hat der Einsatz digitaler Medien in der Unterrichtsplanung auch einen Einfluss auf die Berücksichtigung inklusionsrelevanter didaktischer Kriterien. Digitale Medien werden in den Unterrichtsplanungen häufig zum Vorteil von multimedialen Darstellungsanpassungen bezüglich Informationszugänglichkeit eingesetzt. Dies dient oft der Differenzierung und der Verfügbarkeit von Wahlmöglichkeiten, was sich auch motivationsförderlich auswirkt. Studierende der Interventionsgruppe berücksichtigen die Möglichkeiten zur Anpassung der Aufgabenbearbeitungszugänge, die von digitalen Medien ausgehen. Dabei werden die digitalen Medien als Werkzeug zur aktiven gestalterischen Nutzung durch die Schülerinnen und Schüler eingesetzt, was sich positiv auf die Teilhabe durch Medien auswirkt. Zudem werden Anwendungskompetenzen aufgebaut. Vernachlässigt werden technologische und gesellschaftliche Medienkompetenzen.

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frontdoor_oas
Metadaten
Author:Felix Bernet
URN:urn:nbn:de:bsz:747-opus4-8398
Advisor:Stefanie Schnebel, Bernd Reinhoffer
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2025/07/02
Publishing Institution:Pädagogische Hochschule Weingarten
Granting Institution:Pädagogische Hochschule Weingarten
Date of final exam:2024/12/16
Release Date:2025/07/07
Tag:Inklusion, digitale Medien, Diklusion
Page Number:320
Institutes:Pädagogische Hochschule Weingarten
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